Wissenschaftliche Forschung:

Die Grundannahmen von F.M. Alexander fanden theoretische Bestätigung durch die Arbeiten des Neurophysiologen C.H. Sherrington, der Anatomen R.A. Dart und G.E. Coghill und des Pharmakologen R. Magnus. Bekannte Persönlichkeiten haben sich öffentlich für die Alexander-Technik eingesetzt und auf ihre Bedeutung hingewiesen, so z.B. der Ethologe und Nobelpreisträger für Medizin Nicolas Tinbergen, die Schriftsteller George Bernard Shaw und Aldous Huxley.

In zahlreichen Untersuchungen erfolgte der experimentelle Nachweis der Wirksamkeit der Alexander-Technik. Dr. W. Barlow - niedergelassener Arzt in London mit Spezialgebiet für rheumatische Erkrankungen - bewies als erster durch seine Analyse von Photoreihen, wie die Alexander-Arbeit Haltungsschäden korrigieren kann. (Barlow, Wilfried : Die Alexander-Technik -Gesundheit und Lebensqualität durch richtigen Gebrauch des Körpers / Kösel 1989 ISBN 3-466-34067-5)

Prof. F.P. Jones führte mit Unterstützung des U.S. Health Service und der Carnegie Foundation ein siebenjähriges Versuchsprogramm an der Tufts Universität in den USA durch. Angewandte Untersuchungsmethoden waren: chronometrische Mehrfachphotographie der Bewegungsabläufe, Tonspektrographie und Angaben der Versuchspersonen über ihre Bewertung kienästhetischer Effekte. >>> Die Alexander-Technik im Kontext ärztlicher Behandlung

In jüngster Zeit wurden diese Experimente unter verbesserten und zeitgemäßen Versuchsbedingungen von Prof. Finn-Boyson-Moller an der Universität Kopenhagen/Dänemark wiederholt, ebenso von Dr. David Garlick, School of Physiologie and Pharmacology, Univertsity of South Wales/Australien und von Chris Stevens und Dr. Roger Soames, Kings College, University London/England. In allen Versuchsreihen zeigten sich nach Unterweisung der Versuchspersonen mit den Alexander-Prinzipien signifikant positive Veränderungen physiologisch wichtiger Kenngrößen. Sie belegen, daß Muskelbewegungen effektiver und schneller werden, der Körperschwerpunkt sich nach hinten verlagert, die Körperlänge und Schulterbreite zunehmen. Durch Streß bedingter Bluthochdruck wird wirksam gesenkt.

Die Alexander-Technik wird seit ca. 15 Jahren in Deutschland und der Schweiz von Ärzten, Heilpraktikern und in Kliniken zur Unterstützung therapeutischer Maßnahmen empfohlen und mit Erfolg eingesetzt.

F.M. Alexanders Biographie: Die Entstehung einer Technik

Frederick Matthias Alexander wurde 1869 in Tasmanien geboren. Mit 17 Jahren nahm er seine erste Stelle in einem Büro der Bergwerkstadt Mount Bischoff an und begann gleichzeitig in seiner Freizeit mit Musik- und Schauspielunterricht.


Drei Jahre später zog er nach Melbourne, Australien, um seinem Interesse für Theater und Musik nachgehen zu können, und um seine Ausbildung als Rezitator und Schauspieler zu vervollständigen. Er hatte Erfolg, doch Atembeschwerden und zunehmende Heiserkeit führten beim Rezitieren zum Versagen seiner Stimme. Dieses Problem zeigte sich nur auf der Bühne, und da verschiedene Ärzte keine Diagnose stellen konnten, rieten sie zur Schonung der Stimme. Doch auch dies löste sein Problem nicht.

Alexander beschloss, seinen Schwierigkeiten selbst auf den Grund zu gehen. Er fand heraus, dass er durch die Art und Weise, wie er seinen Organismus beim Sprechen einsetzte, seine Stimmprobleme selbst verursachte. Durch Selbstbeobachtung mit Hilfe mehrerer Spiegel stellte er fest, dass er den Kopf beim Rezitieren nach hinten und unten, die Schultern nach oben zog, dadurch den Brustkorb verengte und Druck auf den Kehlkopf ausübte.


Auch wenn er sich schnell von seinen akuten Stimmproblemen befreien konnte, ließ ihn sein grundsätzliches Forschungsinteresse die Experimente weitere zehn Jahre fortführen. So entwickelte er auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage eine Methode, mit der Reaktions- und Verhaltensweisen im täglichen Leben erkannt und verändert werden können und ein ausgewogener und natürlicher GEBRAUCH DES SELBST ermöglicht wird.

Während er weiterhin als Schauspieler und Rezitator arbeitete, wandten sich Kollegen immer häufiger wegen ihrer eigenen Stimm- und Atemprobleme an ihn, ebenso schickten Ärzte ihm ihre schwierigen Fälle. Man nannte ihn den "breathing man". Zuerst in Melbourne, später in Sydney, wo er als Direktor am Operatic and Dramatic Conservatorium tätig war, und anschließend in London wurde seine Arbeit bekannt.

Während des ersten Weltkrieges ließ F.M. Alexander sich in New York nieder. Nach Kriegsende wirkte er bis 1929 halbjährlich wechselnd in den USA und in London. In London gründete er 1924 eine private Grundschule, in der neben dem normalen Lehrplan auch seine Technik unterrichtet wurde. Er war davon überzeugt, daß Erziehung der Schlüssel zur gesellschaftlichen Entwicklung ist.

1930 entstand die erste Ausbildungsklasse für Lehrerinnen und Lehrer der Alexander-Technik in London. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges zog er wieder in die USA, kehrte aber 1943 endgültig nach London zurück.


F.M. Alexander verstarb 1955, 86-jährig, in London.


Seine Methode beschrieb er in vier Büchern:
Man's Supreme Inheritance (Des Menschen höchstes Erbe), 1910
Constructive Conscious Control of the Individual (Konstruktive bewußte Steuerung des Individuums),1923
The Use of the Self (Der Gebrauch des Selbst), 1932
The Universal Constant in Living (Die universelle Konstante im Leben), 1940.


Heute gibt es weltweit ca. 3000 Lehrer/innen, die die Alexander-Technik unterrichten.

 

You are not here to do exercises, or to learn to do something right, but to get able to meet a stimulus that always puts you wrong and to learn to deal with it.


Ihr seid nicht hier, um Übungen auszuführen, oder zu lernen, wie ihr etwas richtig macht, sondern um die Fähigkeit zu erwerben, einem Reiz zu begegnen, der euch immer "falsch" sein läßt, und um damit umgehen zu lernen.

 

 

Literatur

 

Primärliteratur:


ALEXANDER, Frederick Matthias
Man's Supreme Inheritance. Conscious guidance and control in relation to human evolution in civilization.
London: Mouritz 1996.

ALEXANDER, Frederick Matthias
Constructive Conscious Control of the Individual.
London: STAT Books 1997.

ALEXANDER, Frederick Matthias
The Use of the Self. Its conscious
direction in relation to diagnosis.
London: Gollancz 1998.

ALEXANDER, Frederick Matthias
Der Gebrauch des Selbst.
Die Grundlagen der Alexander Technik.
Freiburg, Basel: Karger 2001.

ALEXANDER, Frederick Matthias
The Universal Constant in Living.
London: Mouritz 2000.

ALEXANDER, Frederick Matthias
Die universelle Konstante im Leben.
Basel, Freiburg: Karger 2000.

ALEXANDER, Frederick Matthias
The Books of F.Matthias Alexander.
New York: Irdeat 1997.

ALEXANDER, Frederick Matthias
Authorised Summaries of F.M. Alexander's
Four Books by Ron Brown.
London: STAT Books 1992.

ALEXANDER, Frederick Matthias
Articles and Lectures.
London: Mouritz 1995.

ALEXANDER, Frederick Matthias
Die Grundlagen der F.M. Alexander-Technik.
Hrsg. u. zsgest.von Edward Maisel.
Heidelberg: Arbor-Verl. 1985.

ALEXANDER, Frederick Matthias
Zitatensammlung aus F.M. Alexanders vier Büchern.
Stäfa: Ponto Verl. 1995.

 

Einführungen in die Alexander-Technik:


BARLOW, Marjorie

The Teaching of F.M. Alexander.
London: STAT Books 1993.

BARLOW, Marjorie
Die Lehre des F.M. Alexander.
Eberbach: Ed. Kavanah 1991

BARLOW, Wilfred
The Alexander-Principle.
London: Golllancz 1998.

BARLOW, Wilfred
Die Alexander-Technik.
München: Goldmann 1993.

BENTLEY, Joni
Reiten ohne Stress und Angst.
Eine Einf. in die Alexandertechnik.
Lüneburg: Cadmos Verl. 1999.

BRENNAN, Richard
Alexander-Technik. Arbeitsbuch.
München: Knaur 1995.

DRAKE, Jonathan
Alexander-Technik im Alltag.
München: Kösel 1993.

GRAY, John
Die Alexander-Technik.
Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe 1992.

GELB, Michael
Körperdynamik.
München: Econ 2001.

LEIBOWITZ, Judith & Bill Connington
Die Alexander-Technik.
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1993.

MACDONALD, Patrick
The Alexander Technique as I see it.
Brighton: Rahula Books 1989.

PARK, Glen
Alexander-Technik.
München: Heyne 2000.

STEVENS, Chris
Alexander-Technik.
Basel: Sphinx 1993.


Weiterführende Literatur:


ALCANTARA, Pedro de
Indirect Procedures.
Oxford: University Pr. 1997.

ALCANTARA, Pedro de
Alexander-Technik für Musiker.
München: Gustav Bosse Verlag 2002.

BINKLEY, Goddard
The Expanding Self.
London: STAT Books 1993.

CARRINGTON, Walter
The Act of living.
San Francisco, Ca: The Mornum Pr. 1999.

CARRINGTON, Walter
Explaining the Alexander Technique.
London: Sheldrake Pr. 1992.

CARRINGTON, Walter
Thinking aloud.
San Francisco, Ca: Mornum Time Pr. 1994.

CARRINGTON, Walter
Personally Speaking.
London: Mouritz 2001

CARRINGTON, Walter
Time to remember.
London: Sheldrake Pr. 1996.

GESUNDHEIT-Lernen-Kreativität.
Wolfgang Steinmüller, Karin Schaefer, Michael Fortwängler, Hrsg
Alexander-Technik, Eutonie u. Feldenkrais ...
Bern, Göttingen usw.: Huber 2001

JONES, Frank Pierce
Collected Writings on the Alexander-Technique.
Cambridge, Mass: Alexander Techniques Archives 1998.

JONES, Frank Pierce
Freedom to change.
London: Mouritz 1997.
Neuaufl. von Body Awareness.

LAMPRECHT, Gerlinde
Die F.M. Alexander-Technik.
Frankfurt a.M. usw.: Lang 1999

MACDONALD, Rob
The Voice Book.
1997.

MACHOVER, Ilana
Alexander Technique Birth Stories.
2000.
freespace.virgin.net/machover.eutokia/eutokia.html

NICHOLLS, John
The Alexander Technique.
Brighton: The Alexander Training Centre 1991,

TSCHAIKOWSKI, Walter
Besser reiten mit der Alexander-Technik.
Lüneburg: Cadmos 2003

WESTFELDT, Lulie
F.Matthias Alexander. The man and his work.
London: Mouritz 1998.